Page 1 - Baselbieter Woche Liestal - KW 44 - 2025
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LIESTALER WOCHE
Baselbieter Woche
Baselbieter Woche
SCHWEIZER WOCHE AG, Dienstag, 28. Oktober 2025 | KW 44 | 14. Jahrgang | Inserateannahme: 061 222 28 90 | Redaktion: 061 901 10 39 | Aufl. Baselbieter Woche: 22'686 Ex.
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Der Berufsbildungs- Die vierjährige Ausbil- Der Direktor von Der Kulturvermitt-
Event in St. Gallen bot dung als Gebäudein- Swissmem schreibt ler übernimmt die Lei-
neue Impulse, praxis- formatiker/in EFZ er- über die Schulden- tung der Geschäfts-
nahe Einblicke und öffnet spannende bremse als wichtige stelle IG Lebendige
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aus Betrieben und ÜK- die Gebäudehülle. vor der Krise. schaft.
Leitungen.
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Der Kloster-
landschaft Schweiz
geht es nicht gut
Der Verein Kloster-Leben hat sich zur Aufgabe gemacht, reli-
giöses Kulturerbe sicherzustellen und Klostergemeinschaften
bei Neuorientierung zu unterstützen. Präsident Urs L. Steger
gibt Einblick in die Klosterlandschaft Schweiz und spricht
über die Nöte der Klöster und mögliche neue Perspektiven für
die alten Mauern.
Bild: pixabay
In der Schweiz gibt es 75'804 der Auffassung, dass sich – trotz Es gibt kaum noch Menschen, die sich einer Klostergemeinschaft anschlies-
Klöster und andere sakrale Bau- aller Grenzen der Übertragbar- sen: Der Verein «Kloster-Leben» setzt sich dafür ein, die «Heiligen Orte» für
ten. Sinkende Mitgliederzahlen, keit von Dritt-Konzepten – sich zukünftige Generationen zu bewahren. Hier auf dem Bild das bekannte Ro-
Unternutzung und Leerstände ein Blick auf die gelungenen mainmotier, im Kanton Waadt.
sorgen dafür, dass die Immo- und auch weniger gelungenen
bilien kaum noch tragbar sind. Anläufe dieser Vorzeigeklös- liche, interdisziplinäre Trans- chen, ist es wichtig, die Res-
Wie geht es den Klöstern in der ter lohnt. Vor allem die innere formationen einer bedeutenden sourcen, die eine Gesellschaft
Schweiz? Kraft des Geistes der in diesen Kulturlandschaft. Sie ist zu kost- den Kirchen und Klöstern ge-
Urs L. Steger: Der Klosterland- Klöstern beheimateten Gemein- bar, um sie ökonomischen Zwän- geben hat, verantwortungsvoll
schaft Schweiz geht es nicht schaften hat diesen «sakralen gen, Immobilenmogulen, kurz- zu teilen: Nicht unter Aufsicht
gut. Es gibt kaum noch Men- Granden» schlussendlich viel fristigen Hauruck-Übungen oder der geistlichen Gemeinschaf- Jetzt mit TWINT
schen, die sich einer Kloster- mehr als nur ein Überleben er- Partikularinteressen zu opfern. ten, sondern mit ihrer Offen- spenden!
QR-Code mit der
gemeinschaft anschliessen. So möglicht. heit, über sich hinaus zu teilen. TWINT App scannen
Betrag und Zahlung
stehen viele Klöster fast leer Was sind die grössten Heraus- bestätigen
oder drohen, verlassen zu wer- Was motiviert Sie, sich im Verein forderungen für die Ordens- Was ist der Zweck des Vereins,
den. Es gibt keine schnellen Lö- Kloster-Leben zu engagieren? gemeinschaften in der heutigen beziehungsweise wie unterstüt-
sungen für diese spirituellen, Die Klosterlandschaft prägt den Zeit? zen Sie die Ordensleute?
sozialen und wirtschaftlichen Lebensraum Schweiz in vielfäl- Für die meisten ist es der eigene Wir bringen interdisziplinä-
Kulturgüter. Es gibt grosse und tigster Hinsicht, nicht nur ge- Sterbeprozess. Das bedeutet res Wissen, Erfahrungen mit
bekannte Leuchtturmklöster schichtlich: Viele Klöster sind vorrangig, für die älteren Mit- Transformationen von Klöstern,
wie Einsiedeln oder Engelberg beeindruckende Modelle von schwestern und Mitbrüder zu eine langjährige Forschung und
aber auch das weniger bekannte Kreislaufwirtschaft, intergene- sorgen. Dazu gehört auch die ein grosses Netzwerk mit. Dies
weitgehend profanierte Klos- rationellem Zusammenleben Finanzierung und Organisation ist notwendig, um komplexe
ter Fischingen. Diese spirituell/ aus einer gemeinsamen Mitte der Pflege. Früher standen da- Areale zukunftsfähig aufzustel-
theologisch und betriebswirt- mit Ausstrahlung, hochspezia- für eigene Ordensleute oder Or- len. Dabei unterstützen wir Or-
schaftlich gut funktionieren- lisiertem Handwerk, achtsamer densfrauen anderer Klöster zur densgemeinschaften, aber auch
den Areale erzählen interes- Landwirtschaft und Kunst, Gast- Verfügung. Oft fehlt die Kraft Unternehmen, die in der Trans-
sante Hintergrund geschichten freundschaft und sozialem En- und die Motivation, sich über formation von Gebäuden arbei-
ihres bis heute andauernden gagement. Von ihnen lässt sich das eigene Ende hinaus mit der ten und merken, dass ihnen das
Erfolgs. Diese KPI lassen sich vieles lernen für ein gutes Zu- spirituellen Verantwortung für spezifische Wissen zur Sakral-
allerdings nur bedingt auf die sammenleben in unserer diver- kommende Generationen ausei- raumtransformation fehlt.
aktuell sich in prekären Ver- sen Gesellschaft, das interes- nanderzusetzen: Auch wenn wir
hältnissen befindenden Klöster siert uns. Wir bauen an einem heute noch nicht exakt wissen,
übertragen. Trotzdem bin ich Wissensfundament für ganzheit- was die Menschen morgen brau- Fortsetzung Seite 3

