Page 10 - Basler Woche Grossbasel - KW 50 - 2024
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            Stärkung der Gemeinschaft für alle Einwohner Jerusalems




          Die Jerusalem Foundation wurde 1966 von Teddy Kollek, dem                                                                            heiten die Region prägen, ist es
          legendären Bürgermeister von Jerusalem, gegründet. Heute ist                                                                         wichtiger denn je, Projekte fort-
          der ursprüngliche Auftrag der Stiftung angesichts der Ausein-                                                                        zuführen und zu stärken, die
          andersetzung im Nahen Osten aktueller denn je. Die Jerusalem                                                                         Brücken zwischen Juden, Mus-
          Foundation hat ein Modell für ein kultur- und gemeinschafts-                                                                         limen und Christen bauen.
          übergreifendes Engagement aller Bevölkerungsgruppen – Ju-                                                                            Die Jerusalem Foundation leis-
          den, Moslems und Christen – in der Stadt geschaffen.                                                                                 tet durch ihre Projekte einen
                                                                                                                                               unschätzbaren Beitrag zu einer
            Brücken bauen zwischen         den Sprachen – hebräisch ara-                                                                       offenen, respektvollen und
             Kulturen in Jeursalem         bisch gleichzeitig – unterrichtet                                                                   friedlichen Stadtgesellschaft,
          In der Stadt Jerusalem, einem  wird. Ebenso werden alle Fest-                                                                        die über genügend Begegnungs-
          historischen Zentrum der Reli-   tage beider Religionen gemein-                                                                      räume verfügt.
          gionen und Kulturen, arbeiten  sam gefeiert und deren Bedeu-                                                                         Von der Bildung über den Sport
          Juden, Muslime und Christen  tung erklärt.                                                                                           bis hin zur Führungskräfteent-
          daran, ein gemeinschaftliches  Diese Schule ist damit nicht                                                                   Bild: zVg  wicklung trägt die Stiftung ent-
          Miteinander zu leben. Die Jeru-  nur ein Ort der Bildung, son-    Einweihung des Gymnasiums der Hand-in-Hand Schule im Frühling 2022.  scheidend dazu bei, ein Jeru-
          salem Foundation, eine gemein-   dern  auch  ein  Raum,  in  dem                                                                     salem zu gestalten, in dem alle
          nützige Organisation mit Haupt-  Vorurteile abgebaut und lebens-  investiert die Jerusalem Foun-    und das Wissen vermitteln, um  Gemeinschaften eine gemein-
          sitz in Jerusalem, setzt sich  lange Freundschaften über kul-     dation auch gezielt in die Sport-  als  Brückenbauer  in ihrer Ge-  same Zukunft aufbauen können.
          dafür ein, durch kulturelle und  turelle Grenzen hinweg ge-       infrastruktur der Stadt. So wird  sellschaft zu wirken. Durch die-
          soziale Projekte Brücken zwi-    knüpft werden. Die Hand in  im Ostteil Jerusalems ein neues  ses Leadership-Programm soll                       Hans-Ulrich Bigler,
          schen diesen Gemeinschaften zu  Hand-Schule verdeutlicht, wie  Hallenbad gebaut, das einen Ort  eine neue Generation heran-            Präsident Jerusalem Founda-
          bauen. Die Stiftung fördert Ini-  Bildung ein wirksames Mit-      für gemeinsame sportliche Akti-   wachsen, die sich dem Dialog                    tion Switzerland
          tiativen, die Menschen verschie-  tel sein kann, um gegenseitiges  vitäten und Begegnungen schaf-   und dem gemeinsamen Aufbau
          dener Herkunft zusammenbrin-     Verständnis zu fördern und das  fen soll. Diese Investition in die  einer friedlichen Zukunft ver-
          gen und Jerusalem als Stadt der  Fundament für ein friedliches  Infrastruktur ist ein weiterer  schrieben hat. Das Programm
          Vielfalt und des friedlichen Zu-  Zusammenleben zu legen.         Schritt zur Förderung der sozia-  wird in Andenken an den letz-       SO KÖNNEN SIE HELFEN
          sammenlebens stärken.                                             len Integration und des gegen-    ten Präsidenten, Shai Doron,
                                             Begegnung auf Augenhöhe        seitigen Verständnisses.          der unerwartet im Sommer im       Möchten Sie die friedensför-
                                                                                                                                                dernde Arbeit der Jerusalem
          Ein bedeutendes Beispiel dieser           dank Sport                                                Amt verstarb.                     Foundation unterstützen? Die
          Arbeit ist die Unterstützung der  Ein weiteres Projekt der Jerusa-     Leadership-Training                                            Jerusalem Foundation Swit-
          Hand in Hand-Schule, die durch  lem Foundation ist das «Sports          für Brückenbauer               Jerusalem Foundation           zerlandermöglicht es, gezielt
          grosszügige Unterstützung des  as a Tool»-Programm. Dieses  Auch die Zukunftspläne  der  für eine gemeinsame Zukunff                  Projekte zu fördern, die Juden,
          Bundes unter Federführung der  nutzt Sport als verbindendes  Jerusalem Foundation tragen  Die Jerusalem Foundation Swit-              Muslime und Christen in Jeru-
          DEZA sowie Spenden in Millio-    Element, um die Jugendlichen  das Ziel des Brückenbauens in  zerland unterstützt diese Pro-          salem zusammenbringen.
          nenhöhe aus der Schweiz geför-   Jerusalems zusammenzubrin-       sich. In den kommenden Jah-       jekte mit grossem Engagement.
          dert wurde. Gestartet wurde mit  gen. In gemeinsamen sportli-     ren wird ein Leadership-Pro-      Die Schweizer Stiftung trägt      Für mehr Informationen und
          Räumlichkeiten für eine Grund-   chen Aktivitäten lernen Kinder  gramm entwickelt, das darauf  dazu bei, die notwendigen Mit-         um eine Spende zu tätigen, be-
          schule inkusive Oberstufe. Im  und Jugendliche aller Religio-     abzielt, die nächsten Genera-     tel für diese bedeutenden In-     suchen Sie die Webseite der Je-
          Frühling 2022 konnte zusätzlich  nen und Hintergründe, sich auf  tionen von Führungspersönlich-     itiativen bereitzustellen und     rusalem Foundation (www.je-
          ein neues Gymnasium eröffnet  Augenhöhe zu begegnen und als  keiten in Jerusalem zu formen.  ein Bewusstsein für die Arbeit           rusalemfoundation.org). Jede
          werden, in dem jüdische, musli-  Team zusammenzuarbeiten.         Dieses Programm wird gezielt  der Jerusalem Foundation auch         Unterstützung trägt dazu bei,
          mische und christliche Schüle-   Sport spielt eine wichtige Rolle  junge Talente aus den verschie-  international zu schaffen. Ge-    eine gemeinsame Zukunft in
                                                                                                                                                Jerusalem zu gestalten.
          rinnen und Schüler gemeinsam  in der kindlichen und jugend-       denen Gemeinschaften anspre-      rade in der heutigen Zeit, in
          lernen. Speziell ist, dass in bei-  lichen Entwicklung – deshalb  chen und ihnen die Fähigkeiten  der Spannungen und Unsicher-


                                            «Hansli bringt Leben in die Schule!»




         «Hansli kann keine fünf Minu-                                      2024) ihre Haltung zu Kindern  und stellt für viele Lehrperso-     meinden die Möglichkeit haben,
         ten ruhig sitzen. Er stört die                                     mit besonderem Förderbedarf:  nen eher eine Belastung als eine  flächendeckend  solche  erwei-
         Klasse und redet ständig über                                      «Ich schätze verhaltensauffäl-    Entlastung dar.                  terten Lernräume zu schaffen
         die Kühe im Stall zu Hause. Er                                     lige Kinder, die keine gradlinige  Vor diesem Hintergrund plä-     und die dafür notwendigen Mit-
         ist eine Ablenkung! Ab sofort                                      Schullaufbahn durchlaufen.»  dierte in Zürich ein überpar-         tel aufgestockt würden.
         darf er die Schule nicht mehr                                      Aufgrund zahlreicher solcher  teiliches Komitee aus dem  Dieses Projekt steht und fällt
         besuchen.» Mit diesen ent-                                         Schülerinnen und Schüler  Mitte-rechts-Spektrum für eine  nämlich aktuell mit den finan-
         schiedenen Worten bestimmte                                        wurde in Höngg vor elf Jahren  Systemänderung und startete  ziellen Möglichkeiten einer Ge-
         eine Primarlehrerin im Em-                                         eine der ersten «Schulinseln»  eine Volksinitiative: Kinder, die  meinde und dem Engagement
         mental um 1940 das Schick-                                         ins  Leben  gerufen.  Sie  bietet  den Unterricht erheblich stö-   der  Verantwortlichen  sowie
         sal meines Onkels Hansli.                                          diesen Kindern die Möglich-       ren, sollen Zugang zu heilpäd-   dem geeigneten Fachpersonal.
         Seine Klassenkameraden be-                                         keit, in einem separaten Raum  agogisch geführten Förderklas-      Gut funktionierende Lerninseln
         dauerten diese Entscheidung          Bild: Wahlfach-Klasse Fotografie Sek Mettmenstetten  unter fachkundiger Betreuung  sen erhalten. Diese könnten auf  wie in Höngg oder der Sekun-
         zutiefst und meinten: «Hansli  Die «Schulinsel» ist ein Ort, wo indi-  zu lernen, was den Unterricht  Beschluss der Schulpflege zu-   darschule Mettmenstetten sind
         bringt Leben in die Schule!»      viduell Schulstoff bearbeitet werden   in den Regelklassen deutlich  sammengestellt werden. Solche  heute vielerorts noch Wunsch-
                                           kann und schwierige oder schwä-  entlastet.                        Förderklassen würden nicht nur  denken. Mit dem Gegenvor-
         Heute wäre Hansli vermutlich  chere Schülerinnen und Schüler von   Doch reicht dieses Modell der  die Regelklassen entlasten, son-    schlag des Zürcher Regierungs-
         als verhaltensauffälliges Kind  einer Fachperson betreut werden.   «Schulinsel», um die Lehrper-     dern könnten auch den betrof-    rates bekämen sie eine echte
         eingestuft  worden  und  hätte                                     sonen im herausfordernden  fenen Kindern zugutekommen,  Chance.
         sonderpädagogische Förderung  um den Ansprüchen gerecht zu  Schulalltag wirklich zu entlas-          die oft mit ihrem Sonderstatus  Hansli, mein Onkel, hätte eine
         erhalten. Die Schullandschaft  werden. Silvia Steiner, Bildungs-   ten? Wäre es möglicherweise  und der ständigen Begleitung  solche Option vermutlich will-
         hat sich seither grundlegend  direktorin des Kantons Zürich,  sinnvoller, erneut kleinere För-       durch Fachpersonal in Regel-     kommen geheissen. Da ihm je-
         verändert: Wo früher der Fron-    setzt sich seit Langem dafür  derklassen für verhaltensauffäl-     klassen Schwierigkeiten haben.  doch damals jegliche Schulbil-
         talunterricht dominierte, prä-    ein, die Lehrerschaft zu entlas-  lige Kinder einzuführen? Denn  In kleineren Förderklassen  dung verwehrt blieb, lernte er
         gen heute Reformen und neue  ten, bleibt jedoch dem Grund-         in der Praxis entstehen durch  könnten die Bedürfnisse dieser  nie lesen und schreiben. Ange-
         Erziehungsmodelle den Alltag.     modell der integrativen Förde-   solche Massnahmen häufig zu-      Schüler gezielter berücksichtigt  sichts der heute zur Verfügung
                                           rung verpflichtet. Dieses Modell,  sätzliche  Unterbrechungen  im  werden.                          stehenden Mittel für Förder-
         Lehrpersonen stehen mittler-      vor etwa einem Jahrzehnt ein-    Unterricht. Die betroffenen  Ende Oktober hat der Zürcher  massnahmen sollte das Schul-
         weile vor vielfältigen Herausfor-  geführt, sieht vor, dass alle Kin-  Schülerinnen und Schüler müs-  Regierungsrat nun einen Gegen-  system offen sein für neue und
         derungen – nicht nur in päda-     der in Regelklassen unterrichtet  sen entweder von der Lehrper-    vorschlag  zur  «Förderklassen-  bewährte  Modelle,  um  jedem
         gogischer und disziplinarischer  werden  und  die  Lehrpersonen  son zur «Schulinsel» geschickt  Initiative» präsentiert. Mit dem  Kind die Unterstützung zu bie-
         Hinsicht, sondern auch durch  bei Bedarf von Fachpersonal  oder direkt im Klassenzimmer  Gegenvorschlag soll die gesetz-              ten, die es wirklich benötigt.
         den Einfluss unterschiedlicher  unterstützt werden.                von einer Schulassistenz oder  liche Grundlage geschaffen wer-
         kultureller Hintergründe. Neben  Seraina Galeffi von der Schule  Heilpädagogin betreut werden.  den, damit «erweiterte Lern-                             Erika Bigler,
         fachlichem Wissen benötigen  Rütihof in Höngg beschreibt in  Dies führt zu einem hohen Ab-           räume» die Regelklassen und                Sekundarlehrerin und
         sie immer mehr psychologi-        einem Interview mit dem Ta-      stimmungsaufwand zwischen  Lehrpersonen entlasten. Zu-                             Präsidentin für
         sche und soziale Kompetenzen,  ges-Anzeiger (5. September  Lehrkräften und Fachpersonal  künftig sollten alle Zürcher Ge-                       zeitgemässes Lernen
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