Page 4 - Schwarzbuben Woche - KW 36 - 2018
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DIENSTAG, 4. SEPTEMBER 2018 VIVA LA GRISCHA!
Die beiden Basel entdecken den Kanton Graubünden
Während des ganzen Monates September ist Basel-Stadt und Baselland Gastkanton im Bündnerland
Kulturschaffende unter sich: David Bröckelmann, Salomé Jantz Seit Montag, den 27. August, wehen die beiden Wap- den). Dank des vom Kanton Graubünden und seinen tou-
und Joël von Mutzenbecher (von links nach rechts) pen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft, Seite an ristischen Leistungsträgern erstmals initiierten Projekts
Seite, am Landwasserviadukt der Rhätischen Bahn in «Gastkanton» profitieren vom 1. bis 30. September 2018
Während der Bahnfahrt von Basel ins Bündnerland arbeiteten die Filisur. Die Basler Woche war bei den Feierlichkeiten alle Einwohner von Basel-Stadt und Basel-Landschaft von
beiden Regierungsräte Thomas Weber (links) und Christoph mit von der Reise respektive vor Ort. attraktiven Spezialangeboten im öffentlichen Verkehr, in
Brutschin… Es ist Montagmorgen, 8 Uhr, am Bahnhof SBB. Noch im- der Gastronomie, bei Bergbahnen und bei Übernachtun-
mer eilen Pendler auf die Perrons, um zur Arbeit zu fah- gen in Graubünden (siehe Kastenartikel)
ren respektive Studierende, welche vielleicht einen Prü- Mit von der Partie waren unter anderem die Basler Schau-
fungstag an Universitäten und Hochschulen haben. Man spielerin Salomé Jantz und ihr nicht minder bekannter
sieht Ausflügler, welche die Schönheiten der Schweiz er- Ehegatte David Bröckelmann, Triathletin Natascha Bad-
kunden werden und Schulklassen, welche für einmal das mann oder Comedian Joël von Mutzenbecher. Die illustren
ABC und der Rechnungsunterricht vergessen dürfen, weil Gäste, aber auch zwei im Vorfeld ausgewählte Basler Schul-
sie auf Schulreise sind. Und dann erspäht man auf Gleis klassen aus Basel-Stadt und Liestal, erlebten zunächst eine
8 eine grössere Gesellschaft, die einen ganz speziellen faszinierende Bahnfahrt auf der UNESCO Welterbestrecke
Montag erleben wird. Man erkennt die Regierungsräte wie bis Filisur. Als Höhepunkt der Veranstaltung wurden zwei
Dr. Christoph Brutschin (Basel-Stadt) und seinen Amts- riesige Fahnen mit den Wappen der Halbkantone am Land-
kollegen Thomas Weber vom Kanton Baselland. Das Ba- wasserviadukt entrollt – diese Stoffsymbole wehen nun –
selbiet hat seinen «höchsten» Vertreter gesandt – gemeint Seite an Seite mit dem Bündner Kantonswappen – für 30
ist Hannes Schweizer, der den Landrat (das Kantonspar- Tage zwischen den markanten Bögen des meist abgelichte-
lament) präsidiert. Seitens der Städter ist Remo Gallacchi ten Markenzeichens Graubündens. Die prominenten Ver-
dabei – er ist Grossrats-Präsident. Im Ganzen finden sich treter aus Politik, Wirtschaft und Kultur aus den drei Kan-
59 Frauen und Mannes aus dem öffentlichen Leben der tonen zeigten sich beeindruckt vom gemeinsamen Enga-
beiden Halbkantone ein. Dazu eine Schulklasse aus Basel gement aller Bündner Akteure im Tourismus.
(4. Primarschule, Margarethen-Schulhaus im Gundeli)
und Liestal (5. Klasse, Fraumatt-Schulhaus). Und auch Glanzleistung der Tourismus-Branche
die Presse ist durch Telebasel, bz Basel (Chefredaktor Da- «Mit diesem neuen Format wollen wir der Schweiz zeigen,
vid Sieber) und Basler Woche/Baselland Woche vertreten. dass der grösste Kanton ernst macht, wenn es um Gast-
freundschaft geht. Wir beschreiten bewusst neue Wege
Der grösste Schweizer Kanton und laden Gäste – dieses Mal unsere Nachbarn, die eben-
Die allermeisten Schweizer assozieren Graubünden mit falls an der Lebensader Rhein leben – zu uns ein in der
Ferien (zu allen Jahreszeiten), Bergwelt (mit gesunder Hoffnung, dass sie zu neuen Freunden werden. Und für
Luft), Nationalpark und Tälern mit Schluchten. Graubün- Freunde ist bekanntlich nur das Beste gut genug. Des-
den ist flächenmässig der grösste Schweizer Kanton; und halb gibt’s ein Rundum-Wohlfühl-Paket aus ÖV-Leistun-
die Amtssprachen sind deutsch, rätoromananisch und gen, Hotellerie und Gastronomie-Erlebnissen sowie vie-
italienisch. Auch dies ein Beweis der Vielfalt. Im Kan- lem mehr», erklärt Martin Vincenz, Mitinitiant und CEO
ton Graubünden gibt es 150 (!) Täler, 615 (von gut 1’500 Graubünden Ferien.
Schweizer) Seen sowie 937 Berggipfel – die höchste Erhe- Inskünftig soll so jedes Jahr eine neue Brücke zu einem
bung ist der Piz Bernina mit 4049 Meter über Meer. Dass anderen Kanton geschlagen werden. Gleichzeitig liefert
«La Grischa» sehr vom in- und ausländischen Tourismus diese Form den Tatbeweis, dass die Bündner Tourismus-
lebt, ist unbestritten. Aber Stillstand und «nur» auf die branche ihre Innovationskraft zurückerlangt hat. Der An-
einzigartigen Naturschönheiten und die Bergwelt hinzu- teil an Hotelgästen aus der Schweiz im grössten Ferien-
weisen, ist zu wenig. kanton der Schweiz betrug 2017 stolze 61,4 Prozent –
Daher hat Graubünden den beiden Basel am letzten Mon- Tendenz klar steigend. Insbesondere Schweizer Gäste
tag den roten Teppeich ausgelegt – und hofft, während des verweilen in Graubünden gerne mehrere Tage. Auch Ta-
ganzen September ganz viele Basler/Innen und Baselbie- gestouren auf Berggipfel und mit der Rhätischen Bahn so-
ter/Innen im Bündnerland begrüssen zu dürfen. Nach der wie Postauto zählen zu den beliebten Ausflügen für Gäste
Fahrt mit der SBB bis Chur stiegen die Gäste in drei Wa- in einem Radius von rund ein bis zwei Stunden Anreise.
gen der Rhätischen Bahn um (einer davon war ein Salon-
wagen, der an den Orient-Express erinnerte). In Filisur Nur lobende Worte
ging es per Postauto weiter zum Landwasserviadukt der Dass die Gäste kulinarisch hervorragend verköstigt wur-
Rhätischen Bahn, wo an der würdigen Eröffnungsfeier die den, sei explizit-dezent erwähnt. Und die Geschenk-
beiden Kantonswappen entrollt wurden. Unter tatkräftiger taschen mit typischen Bündner Produkten und infor-
Mitwirkung der Regierungsräte Thomas Weber und Chris- mativer, wissens-werter Literatur zum Kanton Graubün-
toph Brutschin sowie Jon Domenic Parolini (Graubün- den verkürzten manchen die Heimreise abends von Chur
Der Baslerstab und der Siebendupf wehen beim Viadukt der Rhätischen Bahn in Filisur Bild: zVg/Mattias Nutt Hannes Schweizer, Präsident des Landrates, genoss die Fahrt im
Salonwagen der Rhätischen Bahn von Chur nach Filisur

